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Kittlitz - Nostitz

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Johannistag

Zwischen Johannisfeuer und Friedhofsandacht – gelebte Traditionen in der Oberlausitz

Zwischen Johannisfeuer und Friedhofsandacht – gelebte Traditionen in der Oberlausitz

Der Johannistag am 24. Juni gehört in der Oberlausitz zu jenen Festzeiten, in denen sich christlicher Glaube, Naturerfahrung und regionales Brauchtum auf besondere Weise berühren. Gefeiert wird die Geburt Johannes des Täufers, jenes Propheten, der auf Christus hingewiesen hat wie kaum ein anderer. Sein Wort „Er muss wachsen, ich aber muss abnehmen“ verbindet sich auf eindrucksvolle Weise mit der Zeit des Jahres: Nach der Sommersonnenwende werden die Tage wieder kürzer. Das Licht nimmt ab – und weist doch auf das wahre Licht hin, auf Christus selbst.

Gerade in der Oberlausitz haben sich rund um Johanni alte Bräuche erstaunlich lebendig erhalten. Vielerorts wurden Johannis- oder Sonnwendfeuer entzündet – oft auf Anhöhen, weithin sichtbar über die Dörfer hinweg. Ursprünglich verband sich damit die Hoffnung auf Schutz für Mensch, Vieh und Ernte. Die Kirche deutete das Feuer später christlich: als Zeichen für Christus und für Johannes den Täufer, der von dem kündete, der „mit Geist und Feuer“ taufen werde.

Besonders oberlausitzisch ist der Brauch der brennenden Rutenbesen. Dabei schwang die Dorfjugend angezündete Besen aus Birkenreisig durch die Sommernacht. Ein Besen, der lange brannte, galt als Zeichen dafür, dass sein Geber großzügig gewesen war. Solche Bräuche erzählen von einer bäuerlichen Welt, in der Gemeinschaft und gegenseitige Achtung sichtbar gefeiert wurden.

Auch Kräuter spielten eine wichtige Rolle. In der Johannisnacht sammelte man Johanniskraut, Beifuß und andere Heilpflanzen. Viele Menschen glaubten, dass Kräuter um Johanni eine besondere Kraft besitzen. Man band Johannissträuße oder flocht Kränze, die über Türen aufgehängt wurden – als Zeichen des Segens und der Bewahrung. Diese Verbindung von Glauben und Natur prägt unsere Heimat bis heute. 
Hinzu kommt ein Brauch, der in vielen evangelischen Gemeinden Sachsens bis heute gepflegt wird: Johannisandachten auf dem Friedhof. Dort versammeln sich Menschen an diesem Tag oft unter freiem Himmel zwischen alten Grabstätten und blühenden Sommerblumen. Der Johannistag erinnert dort nicht nur an Johannes den Täufer, sondern auch an die Vergänglichkeit des menschlichen Lebens. Mitten in der hellsten Zeit des Jahres wird spürbar, dass alles Irdische seine Zeit hat. Zugleich steht über den Friedhöfen die Hoffnung des Evangeliums: dass Gottes Licht stärker ist als Tod und Dunkelheit. Deshalb werden Gräber vielerorts mit Johannisblumen geschmückt, manchmal erklingen Posaunen und es wird natürlich gesungen. Der Friedhof wird an Johanni nicht allein als Ort der Trauer verstanden, sondern auch als Ort der Erinnerung, der Gemeinschaft und der christlichen Hoffnung auf Auferstehung. Darin zeigt sich unsere Frömmigkeit: bodenständig, naturverbunden und zugleich tief vom Vertrauen auf Gottes Treue getragen.

Vielleicht liegt gerade darin die bleibende Schönheit des Johannistages: dass er uns daran erinnert, wie eng Gottes Schöpfung und menschliches Leben zusammengehören. Wenn wir am Johannistag fröhlich beim Johanniscafé zusammenkommen und alte Lieder erklingen, dann lebt etwas auf von jener Hoffnung, die Johannes verkündet hat – dass Gottes Licht mitten unter uns leuchtet. (Sabine Bublitz)

Kinderbibelwoche

vom 06. bis 12. Juli in der Pfarrscheune Kittlitz

Die Kinder der 1. bis 6. Klassen sind herzlich eingeladen, in der ersten Ferienwoche Leben in die Pfarrscheune Kittlitz zu bringen. Neben Spiel und Spaß wird das Kinder-Musical “Johannes der Täufer” einstudiert. 

Aufführung ist am 12.07.2026, 10:00 Uhr im Gottesdienst in Kittlitz mit anschließendem Picknik.

Die Teilnehmerzahl ist begrenzt, aber es sind noch ein paar Plätze frei. 

Anmeldung bei Susanne Hämmerlein: 

susanne.haemmerlein@evlks.de

Tel. 01525 5914438